Institut

Als psychoanalytische Forschungseinrichtung widmet sich das Sigmund-Freud-Institut der Erforschung der unbewussten Determinanten der psychischen Gesundheit und der Beziehungs- und Arbeitsfähigkeit, die ohne soziale Integration und politische Partizipationsmöglichkeiten kaum aufrecht zu erhalten ist.

In ihrer über hundert jährigen Geschichte hat die Psychoanalyse als Wissenschaft von der Struktur und Dynamik des Unbewussten spezifische Forschungsmethoden entwickelt. In intensiver klinischer Arbeit mit einzelnen Patienten und Patientengruppen erarbeitet, ermöglichen es diese Methoden, unbewusste Konflikte und Phantasien von Individuen, Gruppen und Organisationen systematisch zu untersuchen.

In ihren Analysen richtet die Psychoanalyse das Augenmerk auf das komplexe Ineinanderwirken von entwicklungsspezifischen neurobiologischen, psychischen und soziokulturellen Faktoren. So spiegeln sich in den Manifestationen individuellen Leidens immer auch gesellschaftliche Zumutungen, wobei moderne westliche Kulturen andere Konfliktthemen zu tabuisieren und aus dem Bewusstsein auszuschließen suchen als traditionale Kulturen.

Dank der spezifischen Forschungsmethodik kann die Psychoanalyse einen unverzichtbaren Beitrag für die interdisziplinäre wissenschaftliche Untersuchung drängender Probleme der Gegenwart leisten: sei es die weltweite Zunahme klinisch relevanter Depressionen, die in allen Lebensaltern auftreten und häufig chronifizieren, sei es die verschärfte Konkurrenz um knapper werdende Chancen beruflicher Selbstverwirklichung, sei es die steigende Gewaltneigung von Kindern und Jugendlichen oder das Wiederaufleben von Antisemitismus, Rechtsradikalismus und Fremdenhass.