Psychodynamische Kurztherapie für Zwangspatienten

Zwangserkrankung                  

Das Krankheitsbild
Menschen mit Zwangssymptomen leiden oftmals unter Gedanken und/oder Handlungsimpulsen, die sich ihnen aufdrängen, etwa sich häufig zu waschen, Dinge zu ordnen, zu zählen, zu kontrollieren, z. B. ob der Herd ausgeschaltet oder die Tür abgeschlossen ist.

Diese Zwangsgedanken, Zwangsbefürchtungen und/oder Zwangshandlungen sind meist mit einem großen Leidensdruck verbunden. Immer wieder tauchen die quälenden Gedanken und Handlungsimpulse auf, gegen die Betroffene  scheinbar nichts tun können. Wenn sie den Zwängen nicht nachgeben, bekommen sie enorme Angst.

Psychotherapie

Die Therapie
Die Zwangserkrankung ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die der Behandlung bedarf. Psychotherapie ist hier die Behandlung der Wahl.

Eine ausgeprägte Zwangserkrankung lässt sich ohne psychotherapeutische Hilfe kaum aus eigener Kraft überwinden. Oft ist es auch nicht einfach, über seine Symptome zu sprechen. Mit nahestehenden Menschen darüber zu reden, hilft meist nur für einen Moment, aber nicht auf Dauer.

Menschen mit Zwangserkrankungen erleben dabei oft, dass sie gut gemeinte Ratschläge nicht umsetzen können und dass die Geduld ihres Umfeldes irgendwann erschöpft ist.

Psychotherapie
Psychotherapie kann bei Zwangserkrankungen  hilfreich sein und dazu beitragen aus dem Gefühl der Ohnmacht herauszukommen, wenn es gelingt einen anderen Blick auf unlösbar scheinende Probleme zu finden. Dies setzt die aktive Mitarbeit der Betroffenen voraus. Die angebotene Therapie wird als Einzeltherapie mit bis zu 24 Sitzungen durchgeführt.

Forschung

Worum geht es bei der Studie?
Von den bisher existierenden Behandlungen für Zwangserkrankungen profitieren viele Betroffene nicht ausreichend. Aus diesem Grund haben wir eine neue Form der Psychotherapie entwickelt, die spezifisch auf die Behandlung der Zwangserkrankung zugeschnitten ist (psychodynamische Therapie von Zwangserkrankungen, PDT-OCD).

Mit der PDT-OCD-Studie untersuchen wir – an zwei Zentren in Deutschland – die Wirksamkeit psychodynamischer Psychotherapie bei Zwangserkrankungen.

Zu diesem Zweck vergleichen wir im Rahmen der geplanten Studie Patienten/Patientinnen mit Zwangserkrankungen, die an einer psychotherapeutischen Behandlung teil-nehmen mit Patienten/Patientinnen, die zunächst auf eine Warteliste gesetzt werden und noch nicht an einer Therapie teilnehmen. Die Wartegruppe erhält jedoch die Möglichkeit, telefonisch Kontakt zu halten und kann etwa ein halbes Jahr nach Beginn der Studienteilnahme ebenfalls mit derselben Therapie beginnen.

Um zu gesicherten Ergebnissen zu kommen, suchen wir für die Durchführung der Studie Patientinnen und Patienten, die bereit sind, sich zufällig einer der beiden Gruppen zuordnen zu lassen und im Verlauf ihrer Studienteilnahme Fragebögen auszufüllen und Gespräche über die Therapie zu führen. So können Verlauf und Ergebnis der Behandlung erfasst werden.

Projektteilnahme

Wer kann teilnehmen?

Wenn Sie …

  • zwischen 18 und 65 Jahre alt sind
  • unter Gedanken oder Handlungsimpulsen leiden, die sich Ihnen zwanghaft aufdrängen und Ihre Lebensqualität einschränken
  • bereit sind, neben der Behandlung auch Fragebögen auszufüllen und Gespräche über die Therapie zu führen
  • bereit sind, sich zufällig einer der beiden Bedingungen (Warte- oder Behandlungs-bedingung) zuordnen zu lassen

… können Sie sich bei dem Studienzentrum melden, das Ihrem Wohnort am nächsten gelegen ist.

Innerhalb kurzer Zeit werden Sie mit einem der Ansprechpartner der Studie sprechen (s. u. `Kontakt‘). Dieses Erstgespräch dient vor allem einer genauen Diagnostik. Sie erhalten ausführliche Informationen zur PDT-OCD-Studie und Sie können entscheiden, ob Sie daran teilnehmen möchten.

Selbstverständlich können Sie Ihre Teilnahme an der Studie jederzeit widerrufen, ohne dass Ihnen hierdurch Nachteile entstehen. Ihre Therapeutin/ Ihr Therapeut und die beteiligten Forscherinnen und Forscher unterliegen der Schweigepflicht. Der Datenschutz wird eingehalten.

Kontakt

Wo Sie sich informieren können:

Behandlungszentrum Frankfurt
Sigmund-Freud-Institut Frankfurt, in Kooperation mit dem Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart

Projektverantwortliche
Prof. Dr. Heinz Weiß, Robert-Bosch-Krankenhaus/Sigmund-Freud-Institut
Dr. Lorena Asseburg, Sigmund-Freud-Institut
M.Sc. Psych. Annabelle Starck, Sigmund-Freud-Institut
Dr. Phil. Constanze Rickmeyer, Sigmund-Freud-Institut

Kontakt
Information zur Studie und Aufnahme am SFI:
Tel: 069 971204-130
Email: OCD-studie@sigmund-freud-institut.de


Leitungszentrum Gießen mit Behandlungs-zentrum in Göttingen
Abteilungen Psychosomatik und Psychotherapie der Universitäten Gießen und Göttingen

Projektverantwortliche
Prof. Dr. Falk Leichsenring, Universität Gießen
Prof. Dr. Christiane Steinert, Universität Gießen, MSB Medical School Berlin

Kontakt
Informationen zur Studie: Gießen: Frau Feix (Sekretariat):
Tel.: 0641 9945661
Aufnahme in die Studie: Göttingen: Prof. Dr. Günter Reich,
Tel.: 0551 395501, Fax: 0551 395497