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SIGMUND-FREUD-INSTITUT Frankfurt am Main

Das Sigmund-Freud-Institut, ein Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen in Frankfurt am Main, wurde 1960 eröffnet. Die Hessische Stiftung Sigmund-Freud-Institut ist eine selbständige Stiftung des öffentlichen Rechts; den Vorsitz des Stiftungsrats führt die Staatssekretärin des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.

Zentrale Aufgaben des Instituts sind Forschung sowie Förderung der Early Career Researcher mit Blick auf die wissenschaftliche Untersuchung von Psyche und Gesellschaft in den psychoanalytisch orientierten soziologisch-sozialpsychologischen, psychologischen und medizinischen Abteilungen der Einrichtung. Organisationale Grundlage ist eine enge Zusammenarbeit mit den Universitäten Frankfurt und Kassel, seit mehreren Jahren auch mit dem Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, wichtige Kooperationen bestehen zudem mit zahlreichen universitären und außeruniversitären Einrichtungen im In- und Ausland.

Forschungen der soziologisch-sozialpsychologischen, der psychologischen und der medizinisch-psychoanalytischen Bereiche untersuchen die Dynamik des Psychischen auch mit Blick auf die Wechselwirkungen von Gesellschaft und Individuum. In dieser Verbindung leistet das Institut einen einzigartigen Beitrag zur Erforschung von Kultur und Psyche, von psychischen Entwicklungen, von Leiden oder sozialen und individuellen Pathologien sowie zu Möglichkeiten psychotherapeutischer Behandlung, wobei auch die Folgen der Corona-Pandemie in allen Bereichen einbezogen werden

Im Jahr 2020, dem 60. Jahr seines Bestehens, würdigte der Wissenschaftsrat die Arbeit des Sigmund-Freud-Instituts und betonte zugleich die innovativen Initiativen, die die neu besetzte Institutsleitung seit 2016 mit großem Engagement auf den Weg gebracht habe.

Aktuelle sozialpsychologische Schwerpunkte liegen etwa in Forschungen zur Digitalisierung, zu Zeitstrukturen, Optimierung und Nachhaltigkeit. Interdisziplinäre Projekte und ein gemeinsames Promotionskolleg laufen zu psychosozialen Folgen von Migration und Flucht. Auch Forschungen zu gesellschaftlichen Krisen und Problemlagen wie zeitgenössische Formen des Autoritarismus oder Antisemitismus verknüpfen auf neue Weise die Dynamiken des Sozialen und Psychischen. Im klinischen Bereich werden anknüpfend an die Ambulanztätigkeit neue Projekte generiert; so erschließen Forschungen derzeit zum Beispiel die Möglichkeiten der psychoanalytischen Kurztherapien bei Zwangserkrankungen und beheben damit schwerwiegende Forschungslücken. Pilotprojekte gehen den Ursachen komplexer Traumata bei Kindern nach oder analysieren in bereichsübergreifenden interdisziplinären klinisch-sozialpsychologischen Kooperationen die Bedeutungen digitaler Medien.

Zu den besonderen Aufgaben des Instituts gehört es auch, die Befunde für gesundheits- und sozialpolitische Problemstellungen fruchtbar zu machen. Dabei bilden Präventions- und Evaluationsprojekte im Bereich der psychosozialen Betreuung von Flüchtlingen ebenso wie die psychotherapeutische Versorgung der Bevölkerung wichtige Transferleistungen des Instituts. In der Forschungsambulanz werden jährlich rund 400 Patienten betreut und weitervermittelt. Überdies bietet das Institut Beratung, Supervision und Krisenhilfe für Organisationen an.